𝗪𝗘𝗡𝗡 𝗙𝗢𝗥𝗦𝗖𝗛𝗨𝗡𝗚 𝗩𝗘𝗥𝗦𝗖𝗛𝗪𝗜𝗡𝗗𝗘𝗧. 𝗖𝗵𝗹𝗼𝗿𝗱𝗶𝗼𝘅𝗶𝗱 𝘂𝗻𝗱 𝗞𝗿𝗲𝗯𝘀: 𝘄𝗮𝘀 𝘄𝗶𝗿𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵 𝘂𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝘂𝗰𝗵𝘁 𝘄𝗶𝗿𝗱. 𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟮 𝘃𝗼𝗻 𝟮 Im ersten Teil ging es darum, dass die Sauerstoff-Geschichte nicht stimmt und Warburg das Gegenteil beobachtet hat. Das heißt nicht, dass Chlordioxid bei Krebs nichts zu suchen hat. Es heißt, dass die Erklärung falsch ist, mit der es verkauft wird. Was tatsächlich untersucht wird, hat mit Sauerstoff nichts zu tun. Die Frage lautet, ob ein oxidativer Reiz den Schutzschild bestimmter Tumorzellen aufbrechen kann. Daran arbeitet die Krebsforschung, mit anderen Substanzen. Es gibt ein erteiltes Patent, das genau diesen Mechanismus für Chlordioxid beschreibt. Und es gab eine Studie. 2022, ein türkisches Team, Zellversuche an kleinzelligem Lungenkrebs. Die Krebszellen starben unter Chlordioxid ab, die Vergleichszellen deutlich weniger. Peer Review bestanden, in PubMed gelistet. Drei Jahre später war sie weg. Wie so etwas normalerweise abläuft, kann jeder nachlesen. Rücknahmen sind im Wissenschaftsbetrieb Alltag, und sie werden begründet. Da steht dann, welche Abbildung doppelt verwendet wurde. Dass die Rohdaten angefordert und nicht geliefert wurden. Dass ein Bildforensiker die Aufnahmen geprüft hat. Dass die Autoren zugestimmt haben oder nicht erreichbar waren. Man kann nachvollziehen, was schiefgelaufen ist, auch als Außenstehender. In diesem Fall sind es zwei Sätze. Grundlegende Fehler und methodische Mängel, die die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse untergraben. Welche Fehler, welche Mängel, steht nirgends. Keine Abbildung, kein Datensatz, kein gescheiterter Wiederholungsversuch. Und der zweite Satz: Die Autoren widersprechen der Entscheidung. Vier Wissenschaftler von drei Universitäten stellen sich öffentlich gegen ihr eigenes Journal. Das tut niemand, der weiß, dass seine Daten nicht halten. Jetzt wird dieser Vorgang natürlich als Beweis herumgereicht werden. Seht her, die Wahrheit wird unterdrückt. Das gebe ich nicht her, dazu ist er nicht eindeutig genug. Ein Zellversuch ist kein Beleg für Wirkung im Menschen, vor der Rücknahme so wenig wie danach. Wer ihn zum Beweis erklärt, macht denselben Fehler wie mit der Sauerstoff-Geschichte: Er nimmt einen Hinweis und verkauft ihn als Gewissheit. Was bleibt, ist unbequemer als beide Lesarten. Forschung zu dieser Substanz findet unter Bedingungen statt, unter denen sie jederzeit verschwinden kann. Wer ernsthaft wissen will, was Chlordioxid bei Krebszellen anrichtet, muss damit rechnen, dass seine Arbeit drei Jahre später mit zwei Sätzen erledigt wird. Das ist kein Komplott. Das ist etwas, das man bei der Karriereplanung berücksichtigt. Und deshalb macht es kaum jemand. 𝗗𝗲𝗿 𝗔𝗻𝘀𝗮𝘁𝘇 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝗰𝗵𝘁. 𝗗𝗶𝗲 𝗘𝗿𝗸𝗹𝗮̈𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁. Denn dieselbe Forschung zeigt auch die andere Seite: Manche Tumorzellen schützen sich gegen Oxidation besser als das gesunde Gewebe um sie herum. Ob ein oxidativer Reiz sie trifft, an ihnen abprallt oder sie am Ende noch widerstandsfähiger macht, hängt von der Tumorart ab, vom Zustand des Menschen, vom Zeitpunkt. Das sind die Bedingungen, auf die alles ankommt. Wer einem Einnahmeschema folgt, weil es im Chlordioxid-Protokollbuch so steht, fragt nach keiner davon. Die Sauerstoff-Geschichte auch nicht. Beide ersetzen die Frage durch ein Bild. Und genau deshalb verhindern beide, dass aus dem Ansatz je etwas wird. Die Mechanismen und die Studien, die in diesem Kontext im Zentrum stehen, finden Sie in „𝗖𝗵𝗹𝗼𝗿𝗱𝗶𝗼𝘅𝗶𝗱 – 𝗣𝗼𝘁𝗲𝗻𝘇𝗶𝗮𝗹 𝘂𝗻𝗱 𝗚𝗿𝗲𝗻𝘇𝗲𝗻“. Mehr zum Buch 📖: https://buchshop.bod.de/chlordioxid-potenzial-und-grenzen-rainer-taufertshoefer-9783819205521
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